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Was dabei genau passiert

Beim Untertauchen unter Wasser hält das Opfer den Atem an. Das schafft man etwa 1 Minute. Dann sorgt ein Reflex für zwanghafte Atembewegungen. Dadurch wird Wasser in die Lunge aufgenommen. Nach 2 Minuten tritt ein Krampfstadium mit Zwerchfellzittern und Stimmritzenkrampf ein. Jetzt ist keine Atmung mehr möglich. Tod nach 3-5 Minuten.

Der gute Schwimmer (der Nichtschwimmer mit Schwimmweste, der ohnmächtige Schwimmer mit ohnmacht-sicherer Schwimmweste) bleiben zuerst an der Wasseroberfläche. Dabei droht aber ebenfalls die Aufnahme von Wasser in die Lunge durch brechende Wellen und durch Gischt (z.B. bei Sturm oder bei Starkwind in Stromgewässern).

Bei der Aufnahme von Wasser in die Lunge verbindet sich die Atemluft mit dem Wasser und bildet Schaum in der Lunge. Die Lungenbläschen fallen zusammen und es entsteht akuter Sauerstoffmangel. Je ausgeprägter dieser ist und je länger er andauert, desto mehr werden insbesondere Hirn, Herz und Lunge geschädigt. Schock und Tod sind die mögliche Folge.

Jeder Tod im Wasser wird allgemein als „Ertrinken” bewertet, obwohl häufig die eigentliche Todesursache nicht das Ertrinken, sondern eine Bewusstlosigkeit ist, der das Ertrinken von Wasser folgt. Zum Tod im Wasser kommt es aber auch durch den sog. Badetod, der auch als Wasserschock bezeichnet wird.

Alle Arten des Ertrinkens, die zuerst durch andere Faktoren ausgelöst werden, z.B. Herzinfarkt im Wasser, Apoplex, Bewusstlosigkeit u.s.w. werden als sekundäres Ertrinken bezeichnet. Zu einem primären Ertrinken kommt es also fast nur bei Nichtschwimmern oder Tauchern die unter Wasser eingeklemmt sind und deren Luftvorrat zu Ende geht.

Die eigentliche Todesursache beim Ertrinken ist der Sauerstoffmangel (Hypoxie), egal ob er durch Eindringen von Wasser in die Lunge oder durch den sog. Stimmritzenkrampf (Glottisverschluss) verursacht wird.


Man unterscheidet zwischen dem nassen und dem trockenen Ertrinken

Das trockene Ertrinken

Beim trockenen Ertrinken kommt es durch eine Reizung des Nervus Vagus, der am Kehlkopf sitzt, zu Herzverlangsamung und Herzstillstand. Dabei laufen auch Impulse über einen zweiten Nerv ( R. laryngus recurrens), der zur Kehlkopfmuskulatur führt und dort den Stimmritzenkrampf auslöst. Meist wird durch den ausgelösten Hustenreiz der Stimmritzenkrampf gleich wieder durchbrochen, aber in ca 10% der Fälle kommt es auf diese Art zum trockenen Ertrinken.

Wie durch zahlreiche Beobachtungen bestätigt, wird dieses Reflexgeschehen durch eine Magenüberfüllung begünstigt.

Zu einer Reflexwirkung wie beim „Tiefschlag eines Boxers” kann es auch beim Sprung ins kalte Wasser kommen, wenn man mit dem Bauch hart aufschlägt.

Wenn auch bisher noch keine Untersuchungen vorliegen, nach denen es beim Tauchen zum Reflextod gekommen ist, so ist es jedoch denkbar, dass auch einige unerklärliche Tauchunfälle durch derartige vago-vasale Reflexmechanismen ausgelöst wurden.


Das nasse Ertrinken

Beim nassen Ertrinken dringt das Wasser ohne Blockade durch die Atemwege bis zur Lunge vor und verhindert den Gasaustausch.

Zudem wird wie nachfolgend beschrieben, das komplette Blutbild verändert. Die Chancen auf eine Rettung sind minimal, da neben den Komplikationen, die durch das Ertrinken verursacht werden, auch die Lungen massiv geschädigt werden (Lungenentzündung).


Ertrinken in Süß- und Salzwasser

Es ist ein großer Unterschied ob beim Ertrinken Süß- oder Salzwasser in die Lungen und somit in den Kreislauf gelangt. Bei Süßwasser, das so gut wie kein Kochsalz enthält, dringt das Wasser über die Lungen in den Blutkreislauf ein, da der Salzgehalt des Blutes ca. 0,6% beträgt. Das Blut wird bis zu einem Verhältnis von 1:1 innerhalb von 4 Minuten verdünnt.